Weingut

Wir meinen guter Wein wird vor allem mit Liebe gemacht. Dieser Rezeptur folgen wir seit Jahren. Dem Handwerk verbunden, aus ehrlicher Überzeugung. Ausgewogen im Geschmack. Klassisch im Sinne von altbewährt. Unser Weingut liegt in der Südsteiermark. Wetterbestimmend ist hier im Windschatten der Alpen das illyrische Klima. Gegensätzliche Witterungen mit mediterranen Sonnenstunden, großen Temperaturschwankungen und ergiebigem Regen. Auf dem ersten Blick nicht aussichtsreich, sind wir uns den einzigartigen Vorzügen bewusst. Und kreieren mit Ruhe und Gelassenheit vertraut natürlich guten Wein.

Philosophie

Aus edlen Tropfen

Soll das erste oder das letzte Glas einer Flasche Wein die größte Freude machen? Diese Grundsatzfrage prägt unser Tun im Keller maßgeblich. Wir haben uns ganz entschieden dem letzten Glas verschrieben. Seit den 90er-Jahren haben die heimischen Weinbauern die Herstellung ihrer Weine verändert. Früher stand die Kellerarbeit im Mittelpunkt und hatte großen Einfluss auf den Wein. Gewissermaßen wurde der Wein damals eher „gemacht“. Mittlerweile lassen wir die Weine vielmehr „entstehen“. Von der Traube bis zur Flasche Wein bildet die Arbeit im Keller die nötige Basis. Der Wein entwickelt sich, dafür stellen wir uns gerne so weit wie möglich in den Hintergrund. Zugegeben bleibt beim Weinbauern nach wie vor ein markanter Einfluss auf Charakteristika und Qualität. In gezielter, bewusster und vernünftiger Weise. Das letzte Glas jeder Flasche Wein ist uns dafür sehr dankbar.

Menschen

Dem Handwerk verbunden

In unserem Familienbetrieb geht es sehr freundlich zu. Eine klassische Hierarchie gibt es bei uns nicht. Die Atmosphäre, wie wir sie lieben, ist ein Mix aus geerdetem, entschlossenem und leidenschaftlichem Tatendrang mit Temperament und Humor. Jeder Beitrag ist spür- und kostbar. Zu intensiven Zeiten, etwa bei der Laubarbeit im Sommer oder der Weinlese im Herbst, werden wir von einer rund 30-köpfigen Stamm-Crew aus dem benachbarten Slowenien unterstützt. Allesamt sind wir ein bunter Haufen engagierter Menschen mit unterschiedlichem Background, die sich einen Mittagstisch teilen, das Miteinander als entscheidende Stärke wissen, mit dem gemeinsamen Ziel: herzhafte steirische Weine zu kreieren.

Weine & Charakter

Die Südsteiermark bietet uns Weinbauern großartige Voraussetzungen für eine Vielzahl weißer Rebsorten. Darüber hinaus gestalten sich unterschiedlichste Ausbaustufen. Die drei wichtigsten Faktoren für uns sind die Rebsortenmerkmale, der Witterungsverlauf einer Vegetationsperiode und die einzelnen Lagen mit deren Bodentypen. Diesen drei Besonderheiten ist jeweils eine Linie in unserem Sortiment gewidmet:

Klassik – rebsortentypisch

Die Klassik Weine präsentieren die Vielzahl der südsteirischen Rebsorten und deren ganz besondere geschmackliche Ausprägungen. Sie werden überwiegend in Edelstahl-Tanks vinifiziert, um den typischen Charakter der Rebsorten präzise zu erhalten. Die Weine zeigen sich fruchtig und zugänglich und werden meist jugendlich getrunken.

Reverenz – Witterung eines Jahres

Die reifsten Trauben, von der Witterung im Jahresverlauf am meisten geprägt, fassen wir in einer Selektion zusammen – den Reverenz Weinen. Die Weine reifen in verschiedenen Holzfässern und Edelstahl-Tanks bis zu ihrer beginnenden Flaschenreife und werden im Folgejahr der Ernte abgefüllt. Immer häufiger fällt die Auswahl der Trauben auf ganz bestimmte Weinberge. Bei diesen Weinen sind zusätzlich die Lagennamen Rieglbauer, Sulzhof, Eulenthal oder Höllgraben auf dem Etikett zu finden. Beste Trinkreife erlangen die Weine nach drei bis vier Jahren und weisen ein Lagerpotential von 10 bis 15 Jahren auf.

Lagenweine – Geprägt durch den Standort

Europa–Österreich–Südsteiermark–Gamlitz–Grubthal. Je spezieller die Herkunft umso höher der Anspruch an Qualität. An der Spitze unserer Qualitätspyramide stehen die großen Gewächse der Riede Grubthal. Dementsprechend hoch sind unsere Ambitionen, weshalb wir diese Weine nur in sehr guten Jahrgängen keltern; wie 2006, 2007, 2009, 2011, 2012, 2013 und 2015. Für diese Weine ist die Kellerwirtschaft lediglich Mittel zum Zweck – es wachsen nun mal keine Weinflaschen auf den Rebstöcken. Vergoren und gereift werden die Trauben zwischen 20 und 30 Monaten in neuen und alten Holzfässern. Komplexität, Struktur und salzige Mineralik prägen diese Weine. Das Lagerpotential liegt bei 15 Jahren und womöglich länger.

Klima

Illyrisch geprägt

Stark beeinflusst von den Alpen im Norden und der Adria im Süden kann das hier vorherrschende, sogenannte illyrische Klima mitunter ganz schön ungestüm sein. Es kennzeichnet die Weine nachhaltig durch hohe Tages- und kühle Nachttemperaturen. Zahlreiche Niederschläge treiben die Weinreben zu strammem, fruchtbarem Wachstum. Der kühle, alpine Wind bringt rasches Abtrocknen und schützt die Reben vor Krankheiten. Mediterrane Sonnenstunden lassen die Trauben ausreifen und vertiefen ihr Aroma.

Weingärten

Durch die Kraft der Sonne

Nur was uns von den Weinbergen als Traube geschenkt wird, können wir weiter verarbeiten. Das ist mehr als unsere Basis. Die Arbeit nach der Ernte kann nur das veredeln, was ohnehin schon da ist. Dementsprechend gilt die größte Konzentration in unserem Jahreskreis der Arbeit im Weingarten. In einer Weinbauregion mit ausgiebigen Niederschlägen bis zu 1000mm pro Jahr sorgt das Wetter immer wieder für Überraschungen. Erträge und Charakteristika schwanken von Jahr zu Jahr. Gesunde Rebstöcke sind da besonders wichtig. Wir arbeiten mit viel Herzblut am Aufbau des stockeigenen Immunsystems und sorgen für ein ausgeglichenes Blatt-Frucht-Verhältnis. So liebt es der Welschriesling als „Arbeitstier“ kräftig anpacken zu dürfen. Währenddessen Grauburgunder oder Sauvignon Blanc für einen filigranen, verspielten Stockaufbau gemacht sind. In sehr heißen Jahren wünschen sich die Trauben mehr Schatten, in nassen, regnerischen Jahren viel Luft und Sonne zum Abtrocknen. Ist doch eigentlich ganz einfach.

Lagen

Grubthal

Die Lage Grubthal zählt zu den Grenzlagen der Südsteirischen Weinwirtschaft. Herausfordernde Witterungen machen die Reben stark und unbändig im Wachstum der Trauben. Der Name „GrubTHAL“ ist irreführend – eigentlich handelt sich bei diesem Weingarten um eine stauend, heiße Kessellage. Aufgrund der niedrigen Seehöhe hat die Lage unerwartet häufig mit massiven nächtlichen Abkühlungen zu kämpfen. Eigenschaften, die die Lage Grubthal ungemein interessant machen, denn so können Weine mit eigenem Willen entstehen. Das Fundament dafür ist der Boden. Dieser entstand vor etwa 12 Mio. Jahren, als sich das Urmeer zurückzog und diesen Kessel mit unzähligen Muscheln füllte, der Grund für den hohen Kalkanteil im Boden. Die Muschelkalk-Formationen in Verbindung mit sandigem Lehm sind verantwortlich für die Mineralität und den unverwechselbaren Ausdruck der Grubthal Weine. Geologisch stark beeinflusst wurde die Lage aber noch einmal in der letzten Eiszeit, als sich vor 10.000 Jahren das heutige Landschaftsbild ausformte.

Sulzhof

Die Lage Sulzhof liegt exakt an der Grenze zwischen Süd- und Weststeiermark. Die Koralpe im Westen hat starken und den direktesten Einfluss auf den Weingarten. Besonders die Herbstnächte sind kühl und versprechen fruchtgeprägte Weine. Aus diesem Grund haben wir im Jahr 2011 auf 370 m Seehöhe die Rebsorten Muskateller und Sauvignon Blanc gepflanzt und warten seither gespannt auf den ersten Ertrag. Bodengutachten Sulzhof, Dr. Alois Bernhart

Böden

Der Herkunft bewusst

Unsere Böden sind denkbar unterschiedlich doch eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind äußerst fruchtbar. Die meisten unserer Bodentypen sind Mischformen aus Sand, Lehm und Kalkeinschlüssen, allerdings in sehr unterschiedlichen Zusammenstellungen. So geben sie den Weinen einzigartige Merkmale mit. Ein Kapitel mit dem wir uns intensiv auseinandersetzten.

Keller

In Details verliebt

Unser Keller ist ein ganz normaler Weinkeller. Pressen, Stahltanks, Holzfässer, Flaschen. Hier bekommen die Weine den nötigen Raum, um sich zu entwickeln. „Kontrolliert schlampiger“ ist seit einigen Jahren unser Leitsatz bei der Vinifizierung. Früher maßlos perfektionistisch, ist dies nun eine echte Herausforderung – jedoch umso lehrreicher und zukunftsweisender. Abhängig von der Qualität des Lesegut und der Reife der Trauben sind Zeit, Temperatur, Holzeinsatz, Bewegung und Luft inzwischen die wesentlichsten Spielfiguren in der Kellerarbeit. Vor allem aber auch der Verschnitt unterschiedlichster Weine innerhalb einer Rebsorte. Beim Sauvignon Blanc werden beispielsweise unterschiedlichste Reifestadien der Traube separat gekeltert. Von frisch und grün bis hochreif und vollmundig. Hin und wieder werden die reifsten Teile ins Holz gelegt. Im folgenden Winter entsteht so eine Vielzahl an konträren Sauvignons. In der fertigen Flasche prägen dann einige davon in ihrem Wechselspiel den einzigartigen Charakter.

Doch unser Keller ist auch ein Ort für Experimente. Mal ist es der Boden, die Hangneigung, dann wieder die verschiedensten Mostfraktionen: irgendwie haben wir immer ein Thema. Zur Zeit beschäftigt uns die Vergärung inklusive der Beerenschalen. Einige Versuche seit 2007 haben bereits ernstzunehmende Erfolge hervorgebracht.